Die Krise der Heilbäder Methanas

Methana – Das vergessene Heilbad Griechenlands
Von den antiken Quellen bis zum modernen Stillstand
Schon der antike Reiseschriftsteller Pausanias beschrieb, dass nach einem gewaltigen Vulkanausbruch auf Methana im 3. Jahrhundert v. Chr. heiße Quellen aus dem Fels hervorströmten. Diese natürlichen Thermalquellen, gespeist durch die noch immer aktive Vulkanregion, machten Methana über Jahrhunderte hinweg zu einem Ort der Heilung und Erholung.
Reste antiker Badeanlagen finden sich noch heute in der Bucht Thiafi sowie bei den Bädern von Agios Nikolaos, wo heißes, schwefelhaltiges Wasser aus dem Gestein austritt und sich mit dem Meer mischt.
Blütezeit und Niedergang
Im 19. Jahrhundert begann die organisierte Nutzung der Quellen. 1917 wurde das repräsentative Badehaus am Hafen erbaut – ein Werk des berühmten Architekten Ernst Ziller, das bis heute als Wahrzeichen Methanas gilt. In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich Methana zum zweitwichtigsten Kurort Griechenlands nach Loutraki. Jährlich kamen Tausende Patienten aus Athen, deren Kuren von den Krankenkassen bezahlt wurden.
Doch mit der Zeit verfiel die Infrastruktur. Während andere Heilbäder wie Edipsos oder Kamena Vourla modernisiert und touristisch neu positioniert wurden, blieb Methana stehen. Fehlende Investitionen, politische Trägheit und bürokratische Blockaden verhinderten eine zeitgemäße Entwicklung.
Das Aus im Jahr 2017
Am 19. Juni 2017 erfolgte der Tiefpunkt: Die offiziellen Heilbäder von Methana wurden auf gerichtliche Anordnung geschlossen und versiegelt. Seitdem sind die historischen Thermen unzugänglich – nur die Quelle des Hotels Ai Pigae ist heute noch geöffnet. Für viele Einwohner und ehemalige Gäste war diese Schließung ein Schock, zumal Methana auf eine über zweitausendjährige Badetradition zurückblickt.
Bürokratie statt Vision
Das Hauptproblem liegt in der fehlenden Zertifizierung der Heilquellen. Obwohl die therapeutische Wirkung wissenschaftlich längst belegt ist – unter anderem durch Studien von Dr. Pertesis und Prof. Kouskounis – wurden die Quellen erst spät und nur unvollständig offiziell anerkannt. Jahrzehntelang blieb unklar, wer die Verantwortung für Modernisierung, Qualitätssicherung und Betrieb trägt.
Bis 2007 befanden sich die Bäder im Besitz des griechischen Staates, später wurden sie auf die Gemeinde übertragen – doch weder die lokale Verwaltung noch der nationale Tourismusverband EOT schafften es, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Ironischerweise stammte ein früherer Präsident des EOT selbst aus Methana.
Verpasste Chancen
Mit seiner natürlichen Heilkraft, der eindrucksvollen Lage zwischen Meer und Vulkanen und dem historischen Badehaus Zillers hätte Methana das Potenzial, eines der bedeutendsten Wellness- und Gesundheitsziele Südeuropas zu werden. Doch statt neuer Konzepte herrscht Stillstand.
Selbst im Jahr 2025 bleibt der Zustand unverändert. Offiziell verweist man auf die Nachwirkungen der Pandemie – in Wahrheit fehlt es an Investitionswillen, rechtlicher Klarheit und langfristiger Vision.
Ein Schatz unter Schwefelgeruch
Die Thermalquellen Methanas sind mehr als nur Relikte der Vergangenheit. Sie sind ein natürliches Heilgut, das Geschichte, Geologie und Gesundheit auf einzigartige Weise verbindet. Ob die Gemeinde und das griechische Tourismusministerium es schaffen, diesen Schatz wiederzubeleben, bleibt ungewiss. Doch klar ist:
Wenn Methana jemals wieder erstrahlen soll, braucht es keine weiteren Versprechungen – sondern entschlossenes Handeln.
Wie konnte es zur Schließung der Heilbäder kommen?
Die Heilbäder im West- und im Ost-Teil Methanas wurden im Juni 2007 an die Brüder Vasilis und Spyros Papaioannou für 50 Jahre verpachtet. Beide Brüder hatten als Architekten und Ingenieure Erfahrungen in ihrer Branche und wollten die Heilbäder modernisieren und damit ihre Heimat aufwerten.
Was waren die Probleme, die zur Schließung führten?
- Bürokratische Hindernisse
- Dekmalschutz
- Archäologische "Hindernisse"
- Fehlende Erfahrung im Bereich Spa
- Mangelnde Unterstützung durch den Staat
- Fehlinvestitionen
- Rechtsunsicherheiten

